Forderung Ermöglichung der Absolvierung des Studiums mit freier Software
Beschluss
Beschlusstext
Der StuRa beschloss, zu fordern, dass ein Studium an der HTW Dresden durch ausschließliche Nutzung freier Software absolvierbar sein muss.
Antrag
(Antragsdatum) Antragstellerin
(2026-04-08) Referat Hochschulpolitik
Antragstext
Der StuRa möge beschließen, zu fordern, dass ein Studium an der HTW Dresden durch ausschließliche Nutzung freier Software absolvierbar sein muss.
Begründung zum Antrag
Ein Studium an der HTW Dresden sollte so gestaltet sein, dass es vollständig mit freier Software absolviert werden kann. Dabei geht es nicht um eine bloße Vorliebe für bestimmte Programme, sondern um eine grundsätzliche Frage des Bildungsauftrags der Hochschule. Eine Hochschule sollte Studierenden nicht in erster Linie die Bedienung einzelner proprietärer Produkte beibringen, sondern sie dazu befähigen, fachliche Aufgaben selbstständig, kritisch und reflektiert zu lösen. Entscheidend ist, dass Studierende lernen, einen Plan zu zeichnen, Daten auszuwerten, Modelle zu erstellen oder Texte wissenschaftlich zu verfassen – nicht, dass sie an ein bestimmtes kommerzielles Werkzeug gebunden werden.
Gerade das häufig vorgebrachte Argument, in der Berufspraxis würden nun einmal bestimmte proprietäre Programme verlangt, greift zu kurz. Es verkennt, dass Hochschulen selbst dazu beitragen, welche Werkzeuge sich in der Praxis etablieren. Wenn Studierende fast ausschließlich mit einzelnen kommerziellen Produkten ausgebildet werden, ist es nur folgerichtig, dass Arbeitgeber später genau diese Kenntnisse erwarten. Das ist ein klassisches Henne-Ei-Problem. Hochschulen sollten hier nicht bloß bestehende Marktverhältnisse reproduzieren, sondern eine eigenständige Rolle einnehmen. Sie haben die Aufgabe, Kompetenzen zu vermitteln, die über konkrete Produkte hinausgehen, und damit auch die Praxis langfristig mitzuprägen.
Freie Software ist dafür besonders geeignet, weil sie Offenheit, Nachvollziehbarkeit und Unabhängigkeit fördert. Wissenschaft und Lehre leben davon, dass Methoden nachvollzogen, Ergebnisse überprüft und Werkzeuge kritisch hinterfragt werden können. Proprietäre Software funktioniert dagegen oft als Black Box: Wie bestimmte Ergebnisse zustande kommen, welche Annahmen in der Software stecken oder welche Einschränkungen bestehen, bleibt häufig verborgen. Freie Software schafft hier deutlich bessere Voraussetzungen für eine wissenschaftsnahe und kritische Lehre. Sie passt daher besser zu einer Hochschule als Software, deren Funktionsweise und Weiterentwicklung allein von Unternehmen kontrolliert wird.
Hinzu kommt der Aspekt der Chancengerechtigkeit. Studierende sollten ihr Studium unabhängig davon absolvieren können, ob sie Zugang zu teuren proprietären Programmen haben oder nicht. Auch wenn es teilweise Campuslizenzen gibt, schaffen diese neue Abhängigkeiten: von befristeten Verträgen, bestimmten Betriebssystemen und institutionellen Zugängen. Nach dem Studium fallen oft hohe Kosten an, wenn Programme weiter genutzt werden sollen. Freie Software dagegen kann von allen ohne zusätzliche Lizenzkosten genutzt, installiert und auch nach dem Abschluss weiterverwendet werden. Das erleichtert nicht nur den Studienalltag, sondern verhindert auch, dass Studierende frühzeitig an bestimmte Anbieter gebunden werden.
Darüber hinaus stärkt freie Software die digitale Souveränität der Hochschule. Eine staatliche Bildungseinrichtung sollte ihre Lehre nicht so organisieren, dass sie von einzelnen Softwarekonzernen, deren Lizenzbedingungen, Preismodellen und Dateiformaten abhängig ist. Wo Lehre auf proprietären Standards aufbaut, entstehen Lock-in-Effekte, die spätere Wechsel erschweren. Freie Software und offene Formate fördern dagegen Unabhängigkeit, langfristige Verfügbarkeit und eine nachhaltige Infrastruktur. Das ist besonders wichtig für eine Hochschule, die Wissen nicht nur vermitteln, sondern auch dauerhaft zugänglich und nachvollziehbar halten soll.
Auch finanziell ist diese Forderung sinnvoll. Der Einsatz freier Software kann langfristig erhebliche Kosten sparen, weil keine teuren Lizenzen mehr gekauft oder verlängert werden müssen. Diese Mittel könnten stattdessen in bessere Lehre, Support, offene Lehrmaterialien oder technische Infrastruktur investiert werden. Zwar kann eine Umstellung zunächst Aufwand verursachen, etwa durch Schulungen oder Anpassungen bestehender Abläufe. Dennoch ist es auf Dauer sinnvoller, in offene und selbstbestimmte Strukturen zu investieren, als dauerhaft Geld für die Nutzung proprietärer Software auszugeben.
Die Forderung bedeutet dabei nicht zwingend, dass proprietäre Programme sofort überall verschwinden müssen. Entscheidend ist vielmehr, dass Studierende nicht von unfreier Software abhängig gemacht werden dürfen. Ein Studium muss so organisiert sein, dass alle Lehrveranstaltungen, Prüfungen und Arbeitsprozesse auch mit freier Software bewältigt werden können. Nur so wird sichergestellt, dass die Hochschule tatsächlich fachliche Kompetenz vermittelt statt Produktbindung.
Deshalb ist die Forderung richtig und notwendig. Ein Studium an der HTW Dresden muss durch ausschließliche Nutzung freier Software absolvierbar sein, weil Hochschulbildung auf Offenheit, Wissenschaftlichkeit, sozialer Gerechtigkeit und Unabhängigkeit beruhen sollte. Die Hochschule soll Menschen befähigen, Probleme zu lösen – nicht sie an bestimmte Hersteller und deren Geschäftsmodelle gewöhnen.
(Diese Begründung wurde mit Unterstützung von ChatGPT erstellt.)
Verwendung geplanter Einnahmen und Ausgaben, samt Titel im Haushalt (2026)
ohne finanzielle Mittel
Vorschlag zum weiteren Verfahren
KontO!
Anlagen
Änderungsanträge
Abstimmung
erforderliche Mehrheit
Zustimmung der Mehrheit der stimmberechtigten Mitglieder gemäß § Ordnungen Satz 2 GrundO (allgemeine Mehrheit für Beschlüsse zu Ordnungen)
Behandlung
14. Sitzung Plenum 2025/2026
Tagesordnungspunkt 3
Beschlussdatum
2026-04-21
Beschlussfähigkeit
3 (anwesende Stimmberechtigte) von 3 (gegenwärtig Stimmberechtigten)
Ergebnis
| Ja | 3 |
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| Nein | 0 |
| Enthaltung | 0 |
zugestimmt/abgelehnt
Ausfertigung
| 2026-04-22 | 2026-04-22 |
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| Friedrich Grabner | Jonas Liepke |
| Mitglied im Präsidium | Mitglied im Präsidium |
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